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Späte Eltern, großes Risiko: In diesem Land warten Europäer am längsten auf Kinder

Späte Eltern, großes Risiko: In diesem Land warten Europäer am längsten auf Kinder

Europas Familien erleben einen dramatischen Wandel. Statt in jungen Jahren Kinder zu bekommen, schieben viele Paare den Kinderwunsch immer weiter nach hinten. Für manche wird die Erfüllung des Traums vom Nachwuchs sogar zur Herausforderung.

Laut einer aktuellen Studie der Europäischen Union rückt der Zeitpunkt der ersten Geburt in den meisten Ländern Europas immer weiter nach hinten. Waren Mütter in den 1970er-Jahren im Durchschnitt noch Anfang 20, sind sie heute knapp 30 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind bekommen.

Doch was sind die Gründe für diesen Trend? Und welche Konsequenzen hat er für Eltern und Gesellschaft? Eine Bestandsaufnahme aus Europa.

Karriere, Finanzen und Partnersuche verzögern den Kinderwunsch

Viele junge Erwachsene schieben den Zeitpunkt für die Familiengründung bewusst nach hinten. Oftmals stehen zunächst der Abschluss der Ausbildung, der Einstieg ins Berufsleben und der Aufbau einer finanziellen Unabhängigkeit im Vordergrund.

„Junge Menschen wollen heute erst ihre Karriere vorantreiben, bevor sie Kinder bekommen”, erklärt Familienforscherin Dr. Lisa Schmitt. „Ein sicherer Job und ein geregeltes Einkommen sind für viele die Voraussetzung, um Nachwuchs in die Welt zu setzen.”

Hinzu kommt, dass es vielen schwerfällt, den richtigen Partner für eine Familiengründung zu finden. Die Partnersuche und -findung nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch und verschiebt den Kinderwunsch weiter nach hinten.

Spätgebärende Mütter: Höhere Risiken für Mutter und Kind

Medizinisch betrachtet bringt ein später Kinderwunsch auch Risiken mit sich. Je älter Frauen bei der ersten Geburt sind, desto höher ist das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt.

„Frauen über 35 haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck”, warnt Gynäkologin Dr. Sarah Meier. „Auch für das ungeborene Kind steigt mit zunehmendem Alter der Mutter die Wahrscheinlichkeit für Chromosomenstörungen wie Down-Syndrom.”

Darüber hinaus wird es für viele Frauen ab 40 Jahren immer schwieriger, überhaupt noch schwanger zu werden. Die natürliche Fruchtbarkeit lässt im Alter spürbar nach.

Europa setzt auf Kinderwunschbehandlungen – mit Grenzen

Land Durchschnittsalter bei Erstgeburt
Italien 31,1 Jahre
Spanien 30,9 Jahre
Griechenland 30,8 Jahre
Deutschland 29,7 Jahre
Frankreich 28,5 Jahre
Schweden 28,4 Jahre
Dänemark 28,2 Jahre

Um den späten Kinderwunsch zu unterstützen, setzen viele europäische Länder auf Kinderwunschbehandlungen. Insbesondere in Ländern wie Italien, Spanien oder Griechenland ist die Nachfrage nach künstlicher Befruchtung hoch.

„Viele Paare, die sich spät für Kinder entscheiden, nutzen die Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin”, erklärt Experte Dr. Thomas Weber. „Allerdings stoßen die Behandlungen nicht überall auf uneingeschränkte Akzeptanz und Unterstützung.”

In einigen Ländern Europas sind die Kosten für Kinderwunschbehandlungen entweder nicht oder nur teilweise von der Krankenversicherung abgedeckt. Das führt dazu, dass sich nicht jedes Paar solche Behandlungen leisten kann.

Gesellschaft und Politik gefordert: Was kann getan werden?

Experten sind sich einig: Um den Trend zum späten Kinderwunsch aufzuhalten, sind gesellschaftliche und politische Veränderungen notwendig. Familien müssen stärker unterstützt und Hürden für eine frühere Familiengründung abgebaut werden.

„Wichtig wären zum Beispiel bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, leistbare Kinderbetreuungsangebote oder finanzielle Unterstützung für junge Eltern”, so Familienforscherin Dr. Lisa Schmitt. „Nur so können wir Paare ermutigen, Kinder früher zu bekommen.”

Auch in puncto Kinderwunschbehandlungen sehen Experten Handlungsbedarf. Eine flächendeckende Kostenübernahme durch die Krankenkassen könnte den Zugang zu solchen Behandlungen erleichtern und mehr Paaren die Erfüllung ihres Kinderwunsches ermöglichen.

“Angesichts des demografischen Wandels in Europa müssen wir dringend gegensteuern. Nur wenn wir jungen Eltern den Rücken stärken, können wir verhindern, dass der Geburtenrückgang weiter voranschreitet.”

– Prof. Dr. Anna Bergmann, Demografieforscherin

Denn eines ist klar: Der Trend zum späten Kinderwunsch bringt nicht nur für Eltern, sondern auch für die gesamte Gesellschaft erhebliche Herausforderungen mit sich. Hier sind Politik und Gesellschaft gleichermaßen gefordert, Lösungen zu finden.

FAQ

Warum bekommen Frauen in Europa immer später Kinder?

Viele Gründe führen dazu, dass Frauen heute ihr erstes Kind später bekommen als früher: Karriere, Finanzen und die Suche nach dem richtigen Partner spielen eine große Rolle. Gleichzeitig bringt ein später Kinderwunsch auch medizinische Risiken mit sich.

Welche Konsequenzen hat der späte Kinderwunsch?

Der Trend zum späteren Kinderkriegen hat für Eltern, Kinder und die gesamte Gesellschaft Folgen. Zum einen steigt das Risiko für Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt. Zum anderen führt der Geburtenrückgang zu Herausforderungen beim Thema Demografie.

Welche Lösungen gibt es, um den Trend umzukehren?

Experten sehen vor allem Handlungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der Kinderbetreuung sowie der finanziellen Unterstützung junger Eltern. Auch eine flächendeckende Kostenübernahme für Kinderwunschbehandlungen könnte mehr Paare unterstützen.

Wie sieht es mit der Akzeptanz von Kinderwunschbehandlungen in Europa aus?

In vielen Ländern Europas ist die Nachfrage nach künstlicher Befruchtung hoch. Allerdings stoßen die Behandlungen nicht überall auf uneingeschränkte Unterstützung, da die Kosten nicht überall von den Krankenkassen übernommen werden.

Welche Länder in Europa haben das höchste Durchschnittsalter bei Erstgebärenden?

Laut Statistiken haben Italien, Spanien und Griechenland das höchste Durchschnittsalter von Müttern bei der ersten Geburt – über 30 Jahre. Deutschland liegt mit 29,7 Jahren ebenfalls deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Welche Risiken bergen Schwangerschaften im höheren Alter?

Je älter Frauen bei der ersten Geburt sind, desto höher ist das Risiko für Komplikationen. Dazu zählen ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Schwangerschaftsdiabetes oder Chromosomenstörungen beim Ungeborenen. Auch die natürliche Fruchtbarkeit lässt mit zunehmendem Alter nach.

Wie können Politik und Gesellschaft den Trend zum späten Kinderwunsch aufhalten?

Experten fordern bessere Unterstützung für Familien, zum Beispiel durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie, leistbare Kinderbetreuung und finanzielle Hilfen. Auch eine flächendeckende Kostenübernahme von Kinderwunschbehandlungen könnte mehr Paare unterstützen.

Welche Herausforderungen bringt der Trend zum späten Kinderwunsch mit sich?

Der Geburtenrückgang aufgrund des späteren Kinderkriegens stellt die Gesellschaft vor große demografische Herausforderungen. Gleichzeitig steigen die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind, wenn die Geburt immer weiter nach hinten verschoben wird.